AKTUELLE BERICHTE

SWISSMAN XTREME Triathlon 2022

Von den Palmen bis zum ewigen Eis

Im Sommer 2022 nahm ich zusammen mit Conny als offiziell registrierten und verpflichteten Supporter beim Swissman teil. Der Supporter ist für die komplette Verpflegung und Ausrüstung seines Athleten auf der Rad- und Laufstrecke verantwortlich, da es außer einer kleinen Trinkstelle bei KM 28 beim Marathon keine Verpflegungsstelle gibt. Ohne registrierten Supporter erhält kein Athlet eine Starterlaubnis.

Die Faszination SWISSMAN ist ein Langdistanz-Triathlon mit weltweit einzigartiger Strecke. Sie startet im Süden des Landes und führt über drei Alpenpässe (Gotthard, Furka und Grimsel) vorbei an Gletschern und Schneefeldern in das Herz der Schweiz. Dort geht es zunächst hoch zu den Giessbachwasserfällen, weiter entlang dem Brienzersee und dann hoch nach Grindelwald. Das Ziel wird nach einem Schlussanstieg am Fuße (Kleine Scheidegg auf 2061 Meter) der massiven Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau erreicht. Die Landschaft ist atemberaubend schön, die Strecke mit 5750 Höhenmetern aber auch sehr herausfordernd.

Die Xtri World Tour Familie besteht aus den Gründungsmitgliedern Norseman Xtreme Triathlon, dem CELTMAN! Scottish Extreme Triathlon und dem SWISSMAN Xtreme Triathlon sowie 12 weiteren Triathlon-Veranstaltungen auf der ganzen Welt.

Beim SWISSMAN interessieren Zeiten (keine offizielle Zeitmessung) wenig. Es geht um das Abenteuer, das unvergessliche Triathlon-Erlebnis gemeinsam mit dem eigenen Supporter und um das Bewältigen der Herausforderung SWISSMAN Xtreme Triathlon. Einzig die eigene Leistung und das Erlebnis inmitten atemberaubender Natur stehen im Vordergrund. Beim SWISSMAN starten maximal 250 Athleten. Je die Hälfte der Startplätze wird an nationale und internationale Athleten verlost und einen Startplatz als "Ausländer" zu erhalten ist daher sehr schwierig.

Facts:
3,8 km Swim im Lago Maggiore
180 km Bike (3750 Höhenmeter)
42 km Laufen (2000 Höhenmeter)

Gegenüber einer "normalen" Langdistanz ist ein XTREME Triathlon, wie der Name schon sagt, extrem und es gibt einige Punkte zu beachten.

EINRICHTEN DER WECHSELZONE IN DER NACHT

Die Wechselzone richtet man nicht am Vortag, sondern mitten in der Nacht, von 3:00 - 4.00 Uhr, eine gute Stunde vor Abfahrt des Schiffes ein. Nachdem die Wechselzone mit dem Rad verlassen wird, räumt der Supporter die Wechselzone auf und nimmt alles wieder mit, da es sich hierbei um einen Point to Point Wettkampf handelt.

SWIM

Um 4.15 legt das Schiff im Hafen von Ascona ab und fährt ca. 25 Minuten rüber zu den Brissago-Inseln im Lago Maggiore. Start ist um 5 Uhr. Nachdem am Vortag bei der Wettkampfbesprechung im Strandbad von Ascona noch heftige Gewitter niedergingen, war der Himmel beim Start am Samstag wolkenlos und ein sonniger Tag erwarte die 213 Athlet*innen. Die 3,8 km lange Schwimmstrecke ist ohne Bojen Markierung, d.h. die einzige Orientierung ist das große blinkende Licht, welches in der Wechselzone Ascona platziert ist. Bei anfänglicher Dunkelheit zog sich daher das Feld auf eine Breite von mindestens 300 Meter, bis dann alle wieder beim Schwimmausstieg das gleiche Ziel hatten. Die Sicht auf das blinkende Licht war zudem recht schwierig, da Wellengang aufgrund dem vorhandenen Gegenwindes herrschte.

Kleine Randgeschichte: Vor dem Ablegen des Athletenschiffes beobachteten wir eine größere Gruppe, wo sich der Athlet herzzerreißend von seiner Familie verabschiedete. Der Zufall wollte es, dass er dann neben mir auf dem Deck des Schiffes saß und Ricardo Roldan erzählte mir dann, dass er aus Costa Rica kommt und seine Frau und seine 6 Töchter mitgenommen hat. Alle hatten verschiedene, speziell gedruckte Costa Rica / Swissman Supporter Shirts an. Ricardo vom Comutrica - 3 P Tri Team Costa Rica fiel dann aber leider bei ca. KM 28 dem Cut-off zum Opfer und musste das Rennen beenden.

BIKE

Meine Supporterin Conny hatte die Wechselzone T1 aufgeräumt, Neo etc. in den Wagen gelegt und machte sich dann in Richtung der 3 Alpenpässe. Unterwegs gab es immer wieder Supporter Treffpunkte und Conny reichte mir die vorbereite Verpflegung und auf den kalten Gipfelpässen auch mal eine zusätzliche Windjacke. Ab Ascona geht es über 92 km nur Berg auf, auf den ersten 60 km nur leicht und dann ist man auch schon auf dem Gotthardpass (2106 Meter) mit dem Highlight der TREMOLA Passstraße. Die kopfsteingeplasterte Tremola an der Südflanke des Gotthardpasses ist atemberaubend, die in zahlreichen Serpentinen von der Passhöhe nach Airolo führt und als das längste Baudenkmal der Schweiz gilt. Nach der Abfahrt ging es sofort wieder hoch auf den Furkapass (2429 Meter). Auf der Furkapassstraße wurde 1964 eine Szene für den James Bond-Film Goldfinger gedreht. Im Mittelpunkt stand eine weit ausladende Kurve auf der Urner Seite des Furkapasses, die heute James Bond-Goldfingerkurve genannt wird. Und zum Schluss ging es noch auf den Grimselpass (2.164 Meter) hoch bevor eine 41 km lange Abfahrt mit einem kleinen Gegenanstieg auf uns wartete.

RUN

Nach der Wechselzone in Brienz, direkt am See, geht es zuerst zu den Wasserfällen hoch und anschließend am Ufer vom Brienzersee entlang. Anschließend ging es recht wellig weiter nach Grindelwald (950 Meter). In Grindelwald gibt es noch einen Kontrollposten. Ab hier ist es verpflichtend, dass der Supporter den Athleten bis ins Ziel begleitet. Supporter und Athlet müssen sich beide mit einem Rucksack mit je mindestens 0.5 l Flüssigkeit, drei Energieriegeln oder entsprechender Nahrung, einer langen Hose, einer Rettungsdecke, einem Pullover oder Langarmshirt, Mütze, Handschuhe und einer Jacke ausrüsten. Für Athleten und Supporter, die den Checkpoint Grindelwald nach 18 Uhr passieren, ist eine Taschen- oder Stirnlampe obligatorisch! Conny lief nicht nur die letzten 8 km von Grindelwald zur kleinen Scheidegg hoch, sondern begleitete mich zu Fuß ab Brienz den gesamten Marathon.

Um 23:25 Uhr haben wir nach über 19 Stunden das Ziel auf der kleinen Scheidegg erreicht. Zielschluss ist um 1:00 Uhr. Im Ziel war ich dann der 122. Finisher. Insgesamt haben es bis ins Ziel 179 der 213 Athlet*innen geschafft, davon 156 Männer und 23 Frauen.

TAG NACH DEM WETTKAMPF

Am nächsten Tag fand dann die Finisher Zeremonie und Übergabe der Finisher- und Supporter-Shirts auf der kleinen Scheidegg, direkt vor dem 3 Gestirn Eiger, Mönch und Jungfrau statt. Anschließend gab es noch einige Gruppenfotos (Finisher / Finisher und Supporter / Supporter).

FAZIT

Geniales familiäres Triathlon Langdistanz Event in einer unglaublich schönen und spektakulären Alpen Umgebung.

Vielen Dank an die beste Supporterin Conny, ohne sie ein Start beim SWISSMAN niemals möglich gewesen wäre.

AUSBLICK

Auch 2023 sind wir wieder am Start und dann hoffentlich ohne Knie OP im Vorfeld und ohne "Mitbringsel" Covid.

VIDEO

Sehenswert ist das Video über den SWISSMAN 2022.

02.01.2023 | Thomas Traub ^ nach oben