AKTUELLE BERICHTE

Pfingstausfahrt 2023

nach Bad Waldsee

...und endlich, nach 29 Jahren Tria Echterdingen Pfingstausfahrten, Sonnenschein pur: das schönste Wetter, das man sich nur wünschen kann.

Am frühen Morgen des Samstag, 27.05.2023 war es wieder so weit. 25 RadenthusiastInnen begaben sich höchst motiviert auf die 140 km lange Strecke durch das schöne kleine Lautertal ins Oberschwäbische Barockviertel nach Bad Waldsee. Das Hotel Grüner Baum, zentral im schönen Ort, nahe des ortsnahen Badesees gelegen, sollte das Ziel und der Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten der drei Tage sein. Jung und "Ältere", Mädels oder Jungs, für alle war die richtige Gruppe mit entsprechendem Tempo dabei.

Bei warmen Temperaturen und gefühlt nur bergab und mit Rückenwind ging es über die Schwäbische Alb zur ersten Pause nach Hayingen. Gott sei Dank fand jeder den Bus, Verpflegung, Getränke und gute Laune warteten bereits an unserem dankenswerterweise wie immer bereitgestellten MAGES-Bus.

Kaffee und Kuchen war dann die Belohnung für alle, die Bad Waldsee und das Hotel Grüner Baum bereits um unglaubliche 14 Uhr nachmittags erreichten. Leider gab es auch einen Radsturz – gute Besserung und baldige Wiederherstellung an dieser Stelle. Wir haben an dieser Stelle alle mitgelitten.

"Sicher noch genügend Zeit für anschließende 2 km Schwimmen oder einen locken 21km Lauf rund um den See" – oder auch nicht. "Das beste Abendessen ever" wurde vielfach gelobt. Ein Grund mehr, Bad Waldsee und den Grünen Baum auch als künftiges Pfingstausfahrtziel ins Programm der anderen bewährten Orte aufzunehmen.

Ich glaube, am Sonntag gingen es alle etwas "gemütlicher" an. Ich muss bemerken, vorbei sind die Zeiten der 200km Touren am 2. Tag – aber ehrlich gesagt, wozu auch? Die einen nutzten den herrlichen Tag für eine 65km- oder auch 100km-Runde nach Kißleg und Isny im Allgäu. Manche waren beim Schwimmen und Laufen, oder versuchten unzählbar viele Störche zu zählen. Minigolf spielten dann noch eine Gruppe künftiger Golf-Talente. Hätten Sie gewusst, dass es in Bad Waldsee gleich zwei 18-Loch Meisterschaftsplätze gibt?! Und die Räder hatten Pause – in ihrer wohlverdienten Garage.

Und am Montag früh ging es auch schon wieder zurück. Diesmal auf leicht geänderter Strecke über Hütten und Münsingen in die Heimat. Der Start begann natürlich wieder nicht ohne intensive sinnstiftende Diskussionen: "Was tun, wenn es doch überraschend regnet?" oder "Fahren wir jetzt eigentlich auf asphaltierten oder geteerten Straßen?" und "War das jetzt ein Storch oder ein Reiher?" Na ja – es wurde auf jeden Fall dann ordentlich im teilweise 27iger, ein Unentwegter, der aber irgendwie falsch Richtung Bodensee abzweigte, im 30iger Schnitt.

Letzte Frage war auf der Rückfahrt nur noch: "Wie geht es wohl der armen Wespe?" Dies kann jedoch leider nur der direkte Kontrahent beantworten. Irgendwann kamen dann alle wohlbehalten zuhause an und ich glaube, wenn Sie nicht ..., dann fahren sie noch heute...

Passt aufeinander auf, habt eine schöne und verletzungsfreie Saison und die nächste Pfingsausfahrt kommt bestimmt! Wohin es dann geht? Wer es organisiert? Freiwillige vor – es ist gar nicht so schwer. Wenn jeder mithilft, und das war schon immer bei Tria Echterdingen so, radeln wir auch einmal gemeinsam zum Mond.

Danke an alle, die dieses Jahr mitgeholfen haben, dass die Pfingsausfahrt wieder ein schönes Erlebnis war. Allen voran:
- Brigitte und Jürgen für die Gesamtorganisation, Einkauf
- Susanne, Chippo und Ludovic für alles rund ums Auto
- Madeleine für die Finanzen
- Dirk für die Kommunikation am Morgen und die Radersatzteile
- Nela für die erfolgreichen Preisverhandlungen bei MAGES
- Und Euch allen, jeden Einzelnen für das gute Gelingen der Pfingstausfahrt
- Und alle, die ich an dieser Stelle vergessen habe – verzeiht mir!

(Weitere Fotos folgen demnächst in den Fotostrecken)

08.06.2023 | Frank Muschalek ^ nach oben

1. Wettkampf Triathlon-Landesliga Süd

Ohne Schwimmen, trotzdem mehr als nass

Der erste Wettkampf der Triathlon-Landesliga Süd 2023 am 1. Mai war direkt ein Heimspiel für uns Echterdinger! "Es war einfach geil, das erste Mal vor bekannter heimischer Kulisse in Echterdingen zu starten!", meinte Henning, der uns trotz Umzug ins Frankenland für diese Saison noch treu bleibt. Kurze Anreise, vertraute Strecke, viele anfeuernde Fans - Die Anstrengungen, die mit der Organisation des Events verbunden waren, sollte damit wettgemacht sein. Nachdem wir also den Vormittag über schon die Wettkämpfe der Jedermänner und -frauen sowie der Schüler:innen als Helfer begleitet hatten, machten Henning, Chris, Jakob und Micha uns nun selbst an Check-in, Aufwärmen und Wettkampfbesprechung.

Während es am Vormittag zur Freude der Teilnehmenden und Fans trocken geblieben war und die Schülerwettkämpfe gerade so mit Beginn des Regens ins Ziel kamen, hieß es für die Liga-Starter ab ins kühle Nass, obwohl Schwimmen beim Duathlon-Format eigentlich nicht auf dem Programm stand. Für den ersten Lauf vielleicht noch eine willkommene Abkühlung, denn es ging direkt heiß her. Henning fand sich in der zweiten Verfolgergruppe wieder und beendete den ersten 5-km-Lauf mit 1:21 Rückstand auf den Führenden. 10 Sekunden später erreichten auch Jakob und wiederum 33 Sekunden später Chris und Micha die erste Wechselzone.

Ein etwas besserer Wechsel von Micha ließ auch zwischen dem bis dahin zeitgleichen Duo Chris/Micha eine Lücke entstehen, weshalb auf der ca. 20 km langen Radstrecke jeder erstmal nach sich selbst schauen musste. Henning blieb weiter in der zweiten Verfolgergruppe dabei, Jakob war kurz vor der Wechselzone noch auf eine Gruppe aufgelaufen, musste diese am ersten Anstieg jedoch gleich wieder ziehen lassen. Micha und Chris fuhren mal hier mit, holten da jemanden ein oder mussten dort jemanden ziehen lassen. "Die Wassermenge auf der Straße hat zum Schwimmen gereicht", kommentierte Chris die Radstrecke – der anhaltende Regen machte das freigegebene Windschattenfahren nicht gerade zur größten Freude. Die Streckenkenntnis erlaubte uns Echterdingern jedoch, schon verloren geglaubte Gruppen vor allem auf den Abfahrten und an den Wendepunkten wieder einzuholen.

Mit etwa zwei Minuten Rückstand machte sich Henning auf die letzte Laufstrecke von 2,5 km. 3 Minuten dahinter hatten sich nun Jakob und Micha kurz vor Ende der Radstrecke in einer Gruppe zusammengefunden und kamen zeitgleich in die zweite Wechselzone – Diesmal erwischte Micha jedoch den schlechteren Wechsel, kam nicht gleich in den rechten Schuh und musste Jakob somit direkt ziehen lassen, der trotz Krämpfen in beiden Waden wieder ordentlich loslegte. Auch Chris kam weniger als eine Minute später vom Rad, er hatte sich schlauerweise ein zweites, weniger enges Paar Laufschuhe zurechtgelegt und machte sich nun an die Verfolgung.

Während sich Henning letztendlich über eine starke Top-10-Platzierung mit dem 8. Platz freuen konnte, kamen die restlichen drei fast an einem Stück durchs Ziel und fanden sich mit dem 25., 27. und 28. Platz ziemlich genau in der Mitte der Ergebnisliste wieder. In der Teamwertung reichte das für einen starken 5. Platz. Etwas durchgefroren haben wir uns über die heiße Dusche und trockene Kleidung gefreut, die beim anschließenden Abbau jedoch gleich wieder feucht wurde. Nudeln des Sponsors Alb-Gold haben wir leider keine gewonnen, als Veranstalter konnten wir uns aber über allerlei Reste vom Essensstand freuen – zum Leid der Bahnnachbarn im Schwimmtraining unter anderem einen Eimer voll Zaziki.

(Weitere Bilder in den → Fotostrecken)

11.05.2023 | Micha Jetter ^ nach oben

1. audius Duathlon in Echterdingen

Ein erfolgreiches erstes Mal!

Ganz trocken geblieben sind am Montag beim 1. audius Duathlon & Schnuppertriathlon in Echterdingen die wenigsten. 39 Triathleten machten den Anfang und stiegen ins Nass des Schwimmbads, bevor es auf Rad- und Laufstrecke weiterging. Der 1. Platz der Männer ging an Paul-David Hohnberg, Platz 2 an Markus Löw und Platz 3 an Niklas Aldinger vom Tria Echterdingen. Bei den Frauen gingen Platz 1 - 3 an Amélie Chauvet, Emma-Lisa Koch und Lucia Wörner, allesamt vom Tria Echterdingen.

Auf der Duathlon-Kurzdistanz machte die frisch gebackene Deutsche Vize-Meisterin Merle Brunnée vor Christina Streeb und Helen Lückge das Rennen der Frauen, bei den Männern siegte Christian Burkhard vor unserem Björn Laierbacher und Michael Wetzel. Beim Sprint siegte Valerie Moser, nicht nur als 1. Frau vor Daniela Fichter und Katja Stern, sondern auch als Gesamtsiegerin! Marius Grimm, Arnulf Sehlinger und Philipp Buscher belegten dahinter bei den Männern Platz 1-3.

Vom Regen größtenteils noch verschont, aber nicht vom Schweiß blieben die 59 Kinder und Jugendlichen. Sie rannten und radelten auf verschiedenen Streckenlängen um die Wette und hatten sichtlich Spaß. Gratulation an alle Sieger/innen und alle anderen Gestarteten!

Die Landesliga Süd startete schließlich pünktlich mit dem einsetzenden Regen. Auch ohne Schwimmen wurden also alle 50 Athleten und eine Athletin ordentlich nass. Sieger in der Einzelwertung wurde Felix Otto vom Post-SV Tübingen, Platz 2 & 3 wurden Paul Hellberg und Fabian Pfitzner vom Team TSV Calw, das auch die Team-Wertung vor ASC Konstanz 2 und ASV Ehningen gewann. Unser Team vom Tria Echterdingen landete auf dem starken 5. Platz.

Insgesamt etwa 230 Finisher, 150 Fans, über 80 Helfer und 10 Wettkampfrichter hatten einen teils anstrengenden, aber trotzdem schönen Tag - Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, egal in welcher Form!

(Weitere Bilder in den → Fotostrecken)

10.05.2023 | Micha Jetter ^ nach oben

Rom Marathon

Sightseeing durch die Ewige Stadt

Unser Mitglied Michael Hofmann nahm am Sonntag, den 24.03.2023 am Marathon in Rom teil. Die "Ewige Stadt" zeigt sich nicht ganz von ihrer schönsten Seite, mit Ausnahme vom Samstagnachmittag versteckte sich die Sonne hinter den Wolken. Dies stellte jedoch ideales Laufwetter bei 12-16°C dar.

Die Idee zu der Reise hatte ein Freund und so meldete man sich bereits im August für den Marathon an. Somit konnte der Trainingsplan langfristig geplant werden und kurz nach Neujahr ging es mit dem Training auch schon los. Trainiert wurde bei jedem Wetter, egal ob Wind, Regen oder Schnee. Viele private Termine oder Ski-Ausfahrten an den Wochenenden hatten zur Folge, dass ein Testwettkampf im Vorfeld nicht möglich war. Dies ließ unser Mitglied Michael Hofmann skeptisch zurück.

Eineinhalb Wochen vor dem Wettkampf dann die Überprüfung der Form beim 5000m-Test von Klaus auf der Bahn. Am Ende standen 19:25min auf der Uhr, richtig zufriedenstellend war das nicht. Das Tempo fehlte bzw. nach den ersten 1000m war es weg. Eine Woche später noch einmal 5000m auf der Bahn am Stück, die Beine waren nach der Ski-Ausfahrt schwer, Zeit war nur knapp unter 20min. Große Dinge konnten somit in Rom nicht erwartet werden, das war auch klar, die Saison beginnt ja gerade erst. Eine Zeit unter 3h sollte es jedoch trotzdem sein.

Die Anreise musste freitags aufgrund des Streiks am Flughafen Stuttgart kurzfristig umgeplant werden und man fuhr umweltschonend mit dem Zug, preislich machte es im Prinzip keinen Unterschied, zeitlich jedoch schon. Vom Hbf. Stuttgart dauert es ca. 10h bis zur Ankunft in Rom. Nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt machte man es sich in einer Ferienwohnung gemütlich. Zeit für Sightseeing blieb eigentlich nur am Samstag beim Holen der Startunterlagen und hier konnte man nur kurze Blicke auf das E.U.R.-Viertel, Circus Maximus und das Kolosseum werfen. Gut - eine kostenlose Stadttour hatte man ja auch sonntags während des Marathons, dieser führt unter anderem an Petersdom, Spanische Treppe, Oper oder Circus Maximus vorbei. Start und Ziel ist am Kolosseum.

Für Stress und Hektik sorgte im Vorfeld der Umstand, dass der Kleiderbeutel zwingend bis 7 Uhr morgens abgegeben werden muss, der erste Start ist jedoch um 8 Uhr. Beim Abholen der Unterlagen wurde das vom Veranstalter auf Nachfrage noch einmal bekräftigt. Schnell wurden noch Müllsäcke im Supermarkt gekauft und der Wecker auf 5:45 Uhr gestellt. Die Temperaturen morgens waren zwischen 10-12°C, zeitlich pünktlich im Startbereich angekommen, stellte sich nun heraus, dass der Kleiderbeutel auch noch weit später abgegeben werden konnte, wenigstens sollte nun das Frühstück einigermaßen verdaut sein bis zum Start.

Inmitten der ersten Startgruppe wurde sich aufgestellt im Feld der ambitionierten Hobbyläufer. Zur Einstimmung gab es vorher noch die italienische Nationalhymne zu hören und eine Düsenjägerstaffel zauberte die italienischen Nationalfarben in den Himmel - was für eine spektakuläre Aktion. Nun war auch der Letzte im Feld wach - und die römische Innenstadt... Der Startschuss erfolgte und nach 30-40 Sekunden ging es langsam mit dem Laufen los. Die ersten Kilometer waren geprägt von ständigen Überholmanövern und der Vermeidung von Kollisionen. Nach 5-6km war es dann soweit, die Gruppe der 3h-Läufer wurde erreicht. Das Tempo konnte nun leicht gedrosselt werden, nun hieß es einfach nur noch hinterherlaufen, dies war in einer Gruppe mit 30-40 Läufer jedoch nicht zu einfach. Die ersten 10km verflogen wie im Flug, schnell war km 20 erreicht, beim Messpunkt Halbmarathon stand eine Zeit unter 1:29h zu Buche.

Man lag auf Kurs, bei km 30 dann der schwerste Anstieg des Tages, die Pacemaker behielten das Tempo weiterhin hoch, das sollte jedoch für fast die Hälfte der Läufer in der Gruppe zum Problem werden. Dies hatte zum Vorteil, dass nun an den Verpflegungsstationen die Aufnahme von Getränken leichter fiel. Langsam aber sicher wurden die Beine schwerer und das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt tat sein Übriges, der Kontakt zu den 3h-Läufern riss leicht ab. Es waren nur noch 5km, die Zuschauer jubelten einem zu, aber es sollten fünf harte Kilometer werden. Die Uhr wähnte einen auch schon fast im Ziel, die einzelnen Kilometer wurden bereits 500m vorher angezeigt. Knapp 50m hinter dem Pacemaker wurde dann endlich das Ziel erreicht und die Uhr blieb bei 2:59:21 stehen.

Glücklich und zufrieden wurde die Finisher-Medaille entgegengenommen. Was dann folgte war wohl noch der Corona-Pandemie geschuldet. Man bekam eine Plastiktüte in die Hand gedrückt, Inhalt war eine Flasche Wasser, eine Orange, 3 Kekse und ein Apfel. Eine Bank war weit und breit nicht zu sehen, gut - in den unzähligen Dixie-Häuschen hätte man es sich gemütlich machen können. Außer einem Massagezelt für 10-20 Athleten und der Gravierung der Medaille war hier ein längerer Aufenthalt vonseiten des Veranstalters wohl nicht erwünscht.

Abgekämpft und in sehr kleinen Schritten kämpfte man sich in Richtung Kleiderbeutel und dann gen Metro-Station. Nach einer wohltuenden Dusche sah dann die Welt schon leicht besser aus. Abends ließ man den Tag dann bei einer Pizza ausklingen. Stolz auf das Erreichte ging es am nächsten Tag wieder Richtung Heimat, bei der Zugfahrt konnte man die Erlebnisse des Wochenendes noch einmal Revue passieren lassen. Die Zugfahrt zwischen Zürich und Mailand ist alleine schon eine Reise wert und landschaftlich sehr empfehlenswert.

26.03.2023 | Michael Hofmann ^ nach oben

SWISSMAN XTREME Triathlon 2022

Von den Palmen bis zum ewigen Eis

Im Sommer 2022 nahm ich zusammen mit Conny als offiziell registrierten und verpflichteten Supporter beim Swissman teil. Der Supporter ist für die komplette Verpflegung und Ausrüstung seines Athleten auf der Rad- und Laufstrecke verantwortlich, da es außer einer kleinen Trinkstelle bei KM 28 beim Marathon keine Verpflegungsstelle gibt. Ohne registrierten Supporter erhält kein Athlet eine Starterlaubnis.

Die Faszination SWISSMAN ist ein Langdistanz-Triathlon mit weltweit einzigartiger Strecke. Sie startet im Süden des Landes und führt über drei Alpenpässe (Gotthard, Furka und Grimsel) vorbei an Gletschern und Schneefeldern in das Herz der Schweiz. Dort geht es zunächst hoch zu den Giessbachwasserfällen, weiter entlang dem Brienzersee und dann hoch nach Grindelwald. Das Ziel wird nach einem Schlussanstieg am Fuße (Kleine Scheidegg auf 2061 Meter) der massiven Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau erreicht. Die Landschaft ist atemberaubend schön, die Strecke mit 5750 Höhenmetern aber auch sehr herausfordernd.

Die Xtri World Tour Familie besteht aus den Gründungsmitgliedern Norseman Xtreme Triathlon, dem CELTMAN! Scottish Extreme Triathlon und dem SWISSMAN Xtreme Triathlon sowie 12 weiteren Triathlon-Veranstaltungen auf der ganzen Welt.

Beim SWISSMAN interessieren Zeiten (keine offizielle Zeitmessung) wenig. Es geht um das Abenteuer, das unvergessliche Triathlon-Erlebnis gemeinsam mit dem eigenen Supporter und um das Bewältigen der Herausforderung SWISSMAN Xtreme Triathlon. Einzig die eigene Leistung und das Erlebnis inmitten atemberaubender Natur stehen im Vordergrund. Beim SWISSMAN starten maximal 250 Athleten. Je die Hälfte der Startplätze wird an nationale und internationale Athleten verlost und einen Startplatz als "Ausländer" zu erhalten ist daher sehr schwierig.

Facts:
3,8 km Swim im Lago Maggiore
180 km Bike (3750 Höhenmeter)
42 km Laufen (2000 Höhenmeter)

Gegenüber einer "normalen" Langdistanz ist ein XTREME Triathlon, wie der Name schon sagt, extrem und es gibt einige Punkte zu beachten.

EINRICHTEN DER WECHSELZONE IN DER NACHT

Die Wechselzone richtet man nicht am Vortag, sondern mitten in der Nacht, von 3:00 - 4.00 Uhr, eine gute Stunde vor Abfahrt des Schiffes ein. Nachdem die Wechselzone mit dem Rad verlassen wird, räumt der Supporter die Wechselzone auf und nimmt alles wieder mit, da es sich hierbei um einen Point to Point Wettkampf handelt.

SWIM

Um 4.15 legt das Schiff im Hafen von Ascona ab und fährt ca. 25 Minuten rüber zu den Brissago-Inseln im Lago Maggiore. Start ist um 5 Uhr. Nachdem am Vortag bei der Wettkampfbesprechung im Strandbad von Ascona noch heftige Gewitter niedergingen, war der Himmel beim Start am Samstag wolkenlos und ein sonniger Tag erwarte die 213 Athlet*innen. Die 3,8 km lange Schwimmstrecke ist ohne Bojen Markierung, d.h. die einzige Orientierung ist das große blinkende Licht, welches in der Wechselzone Ascona platziert ist. Bei anfänglicher Dunkelheit zog sich daher das Feld auf eine Breite von mindestens 300 Meter, bis dann alle wieder beim Schwimmausstieg das gleiche Ziel hatten. Die Sicht auf das blinkende Licht war zudem recht schwierig, da Wellengang aufgrund dem vorhandenen Gegenwindes herrschte.

Kleine Randgeschichte: Vor dem Ablegen des Athletenschiffes beobachteten wir eine größere Gruppe, wo sich der Athlet herzzerreißend von seiner Familie verabschiedete. Der Zufall wollte es, dass er dann neben mir auf dem Deck des Schiffes saß und Ricardo Roldan erzählte mir dann, dass er aus Costa Rica kommt und seine Frau und seine 6 Töchter mitgenommen hat. Alle hatten verschiedene, speziell gedruckte Costa Rica / Swissman Supporter Shirts an. Ricardo vom Comutrica - 3 P Tri Team Costa Rica fiel dann aber leider bei ca. KM 28 dem Cut-off zum Opfer und musste das Rennen beenden.

BIKE

Meine Supporterin Conny hatte die Wechselzone T1 aufgeräumt, Neo etc. in den Wagen gelegt und machte sich dann in Richtung der 3 Alpenpässe. Unterwegs gab es immer wieder Supporter Treffpunkte und Conny reichte mir die vorbereite Verpflegung und auf den kalten Gipfelpässen auch mal eine zusätzliche Windjacke. Ab Ascona geht es über 92 km nur Berg auf, auf den ersten 60 km nur leicht und dann ist man auch schon auf dem Gotthardpass (2106 Meter) mit dem Highlight der TREMOLA Passstraße. Die kopfsteingeplasterte Tremola an der Südflanke des Gotthardpasses ist atemberaubend, die in zahlreichen Serpentinen von der Passhöhe nach Airolo führt und als das längste Baudenkmal der Schweiz gilt. Nach der Abfahrt ging es sofort wieder hoch auf den Furkapass (2429 Meter). Auf der Furkapassstraße wurde 1964 eine Szene für den James Bond-Film Goldfinger gedreht. Im Mittelpunkt stand eine weit ausladende Kurve auf der Urner Seite des Furkapasses, die heute James Bond-Goldfingerkurve genannt wird. Und zum Schluss ging es noch auf den Grimselpass (2.164 Meter) hoch bevor eine 41 km lange Abfahrt mit einem kleinen Gegenanstieg auf uns wartete.

RUN

Nach der Wechselzone in Brienz, direkt am See, geht es zuerst zu den Wasserfällen hoch und anschließend am Ufer vom Brienzersee entlang. Anschließend ging es recht wellig weiter nach Grindelwald (950 Meter). In Grindelwald gibt es noch einen Kontrollposten. Ab hier ist es verpflichtend, dass der Supporter den Athleten bis ins Ziel begleitet. Supporter und Athlet müssen sich beide mit einem Rucksack mit je mindestens 0.5 l Flüssigkeit, drei Energieriegeln oder entsprechender Nahrung, einer langen Hose, einer Rettungsdecke, einem Pullover oder Langarmshirt, Mütze, Handschuhe und einer Jacke ausrüsten. Für Athleten und Supporter, die den Checkpoint Grindelwald nach 18 Uhr passieren, ist eine Taschen- oder Stirnlampe obligatorisch! Conny lief nicht nur die letzten 8 km von Grindelwald zur kleinen Scheidegg hoch, sondern begleitete mich zu Fuß ab Brienz den gesamten Marathon.

Um 23:25 Uhr haben wir nach über 19 Stunden das Ziel auf der kleinen Scheidegg erreicht. Zielschluss ist um 1:00 Uhr. Im Ziel war ich dann der 122. Finisher. Insgesamt haben es bis ins Ziel 179 der 213 Athlet*innen geschafft, davon 156 Männer und 23 Frauen.

TAG NACH DEM WETTKAMPF

Am nächsten Tag fand dann die Finisher Zeremonie und Übergabe der Finisher- und Supporter-Shirts auf der kleinen Scheidegg, direkt vor dem 3 Gestirn Eiger, Mönch und Jungfrau statt. Anschließend gab es noch einige Gruppenfotos (Finisher / Finisher und Supporter / Supporter).

FAZIT

Geniales familiäres Triathlon Langdistanz Event in einer unglaublich schönen und spektakulären Alpen Umgebung.

Vielen Dank an die beste Supporterin Conny, ohne sie ein Start beim SWISSMAN niemals möglich gewesen wäre.

AUSBLICK

Auch 2023 sind wir wieder am Start und dann hoffentlich ohne Knie OP im Vorfeld und ohne "Mitbringsel" Covid.

VIDEO

Sehenswert ist das Video über den SWISSMAN 2022.

02.01.2023 | Thomas Traub ^ nach oben